Oratorium "Elias" am 17.11.2013

 Am Sonntag, den 17.11.2013, veranstalten die Katholische Stadtpfarrei St. Johannes Baptist und die Evangelisch Lutherische Gemeinde Pfaffenhofen das alljährliche Kirchenkonzert in der Stadtpfarrkirche. Mit dem Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy steht ein „Knüller“ der Kirchenmusikgeschichte auf dem Programm.

Mendelssohn war von der Gestalt des Elias fasziniert und wünschte sich auch für die eigene Zeit einen derartigen Propheten, „stark, eifrig, auch wohl bös und zornig und finster“ (aus einem Brief 1838). Bereits 1837 findet man die erste konkrete Ankündigung Mendelssohns, dass er eine Vertonung des Elias-Stoffes plane.
Zunächst ruhte die Arbeit jedoch, bis Mendelssohn im Juni 1845 vom Manager des Musikfestivals in Birmingham eingeladen wurde, dort ein neues Oratorium aufzuführen. War die Arbeit Mendelssohns an dem Stück zunächst von rein künstlerisch-ethischen Ansprüchen geprägt, so musste er nun unter Zeitdruck ein Werk liefern, das dem Rahmen des Birmingham Music Festival gerecht wurde.

Im ersten Teil steht ein starker, kämpferischer Elias, der sich auflehnt gegen die Vielgötterei der dem Baalskult anhängenden Königin im Nordreich. Der Prophet suchte diese Entwicklung zu stoppen und alle Juden zu dem einen Gott Jahwe hinzuwenden. Im Zentrum steht also die Auseinandersetzung zwischen Vielgottglauben und Monotheismus.

Der zweite Teil zeigt die insgesamt bittere Niederlage des Propheten. Die Königin hetzt das Volk zum Mord am unbequemen Mahner Elias auf, der in der Wüste von Engelschören auf den Berg Horeb geleitet wird und in der Begegnung mit dem unsichtbaren Gott den Höhepunkt seines Prophetenlebens erfährt. Er zieht erneut mit neuem Mut zum Kampf gegen die Götterverehrer aus und fährt am Ende seines Lebens in einem feurigen Wagen gen Himmel. Der Schluss kündigt dann die Ankunft des Messias an, der sein Wirken fortführen wird.

Vier Pfaffenhofener Chöre haben sich zusammengetan, um dieses große Werk aufzuführen. Neben den veranstaltenden Kirchenchören der Stadtpfarrei und der Kreuzkirche sind auch einige Sängerinnen und Sänger des Kammerchores „A-cappella-nova“ und der Liedertafel dabei. Die etwa 100 Chormitglieder werden von einem 40 Personen umfassenden „Philharmonischen Orchester St. Johannes“ begleitet.

Auf Grund der Überlänge des Werkes werden in der Pause im Haus der Begegnung bzw. im Pfarrsaal vom Katholischen Frauenbund und dem Evangelischen Frauenkreis Getränke ausgegeben. Im Kartenpreis ist ein Getränk inbegriffen.
Karten zum Preis von 25.--/21.--/16.--/10.-- sind im Vorverkauf ab dem 25.10.2013 bei der Firma Daubmeier erhältlich.

Die Solisten

Anna Nesyba (Sopran) studierte an der Hochschule für Musik Würzburg Gesang, Schulmusik, Violine und Barockvioline. Im Rahmen der Opernschule sammelte sie Erfahrungen in zahlreichen Partien, zuletzt als Fiordiligi in Mozarts "Cosi fan tutte" oder als Ann Trulove in Strawinskys "A Rake's Progress". Sie tritt seit 2008 als Gast am Mainfrankentheater Würzburg auf und hat für die Spielzeit 2013/14 einen Platz im Opernstudio des Staatstheaters Kassel, wo sie in so attraktiven Rollen wie Musetta ("La Bohème"), Adele ("Die Fledermaus") und Papagena ("Die Zauberflöte") zu hören sein wird. Ein besonderer Schwerpunkt ist für Anna Nesyba die Historische Aufführungspraxis Alter Musik, ihr umfassendes Konzertrepertoire reicht aber auch bis zur Musik der Gegenwart: 2010 sang sie die Uraufführung des Oratoriums "Der Sohn des Zimmermanns" von Hiller und "7 Gates of Jerusalem" von Penderecki unter der Leitung des Komponisten.

Regine Jurda (Alt) studierte Gesang bei Wolfgang Brendel und Gabriele Kaiser an der Musikhochschule München.
Ihr Repertoire umfasst die traditionelle Konzert- und Oratorien-Literatur der Renaissance, des Barock und der Romantik, aber auch zeitgenössische Musik. Am Münchener Prinzregententheater sang sie in Opern von Purcell, Cavalli, Hiller, Steffani, in Benjamin Brittens "Midsummer Night's Dream" und Mozarts "Le nozze di Figaro".  Ferner trat sie auch am Staatstheater am Gärtnerplatz,
am Theater Konstanz, am Markgräflichen Opernhaus Bayreuth, bei der Münchner Biennale, den Wiener Festwochen und den Berliner Opern-Festspielen auf. Konzertreisen führten sie unter anderem nach Frankreich und Russland. In Pfaffenhofen war sie bereits 2010 bei der Aufführung des "Stabat mater" von Karl Jenkins im Rahmen des damaligen Oratorienkonzerts zu hören.

Bernhard Schneider (Tenor) Der Tenor studierte an der Kölner Musikhoch-schule bei Hans Sotin und begann seine Berufslaufbahn als Opernsänger im Düsseldorfer Opernstudio. Über Krefeld und Gelsenkirchen kam er von 1998 bis 2006 als Ensemblemitglied an die Staatsoper Stuttgart. Seit Sommer 2006 ist er Mitglied im „Klangwunder aus München“, dem Chor des Bayerischen Rundfunks. Er unterhält als Solist ein reichhaltiges Konzert- und Oratorienrepertoire, das von der historischen Aufführungspraxis barocker Werke bis zur Spätromantik reicht und sang in Konzerthäusern wie der Kölner und Münchner Philharmonie, der Liederhalle Stuttgart und dem Berliner Konzerthaus, sowie bei Festivals wie dem Bachfest Leipzig und dem Wiesbadener Musikherbst. Gastverträge führten ihn nach Bremen und von 1996-2002 zu den Bayreuther Festspielen.

Nikolai Ardey (Bass) singt seit vielen Jahren in verschiedenen Chören im Raum Ingolstadt, Pfaffenhofen und München, u.a. dem Kammerchor a-cappella-nova Pfaffenhofen und den Arcis Vocalisten München. Solistische Gesangsausbildung erhielt er zunächst privat bei Thomas Gropper und seit 2012 bei Frieder Lang an der Musikhochschule München. Er tritt regelmäßig als Gesangssolist bei Konzerten im süddeutschen Raum auf. Das Repertoire reicht dabei von den festlichen Messen, zahlreichen Kantaten aus Barock und Klassik bis hin zur Oratorien- und Opernliteratur. Hauptberuflich ist Nikolai Ardey als Ingenieur im Automobilbau tätig.